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| "Wer früher stirbt, ist länger tot" |
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Das Kultursekretariat NRW Gütersloh, der Zusammenschluss der
mittleren und kleinen Städte im Land, fordert eine Grundsicherung der
Kulturarbeit in seinen 66 Mitgliedskommunen. Damit wendet sich das
Kultursekretariat vehement gegen die tiefgreifenden Einschnitte in die
Kulturhaushalte, gerade auch der kleinen und mittleren Städte, die es
vertritt. Vielerorts wird bereits die Projektarbeit gekappt, doch gerade sie prägt das Gesicht dieser Kommunen. Die Kulturarbeit außerhalb der Metropolen stirbt zwar leiser, aber schneller. Eine große Gefahr geht dabei von der kommunalen Finanzaufsicht aus, die sich auf die Freiwilligkeit der Kulturausgaben beruft und sie somit unter strengste Auflagen stellt. Viele Städte sind mittlerweile so arm, dass sie nicht einmal mehr Landeszuschüsse beantragen können, weil hierfür Eigenanteile zu leisten sind. Angesichts der großen Bedeutung der Kultur, der auch immer mehr integrative Funktionen in einer älter und bunter werdenden Gesellschaft zukommen, wird der Kulturabbau erhebliche gesellschaftliche Defizite nach sich ziehen. Der Kämmerer, der im geschlossenen Hallenbad auf dem Trockenen sitzt, ist das Menetekel der meisten NRW-Städte. Schon sehr bald könnte er auch in der Bücherei das Licht ausknipsen oder den Schlüssel zum Kulturzentrum ein letztes Mal umdrehen. Der in fünf Jahren verdoppelten Kulturförderung des Landes stehen Nothaushalte in 2/3 der Kommunen entgegen. Nicht nur weil NRW kein Staatstheater und keine Staatsphilharmonie hat, ist seine Kulturlandschaft von den Städten geprägt, die immerhin 80 % der Ausgaben aufbringen. Während die Landesregierung aber in der Stärkung der kreativen Potenziale den Garanten einer positiven Wirtschaftsentwicklung sieht und das Kulturhauptstadtjahr den Strukturwandel des Ruhrgebiets unter dem Slogan Wandel durch Kultur verkauft, ergreift die kommunale Finanzaufsicht restriktive Maßnahmen, indem sie sich auf die Freiwilligkeit der kulturellen Leistungen beruft. Noch schützt der Damm der internationalen Aufmerksamkeit für das Kulturhauptstadtjahr die Einrichtungen des Ruhrgebiets. Dies verschleiert aber nur die schwierige Lage im Land insgesamt. Dabei ist auch die gesamtpolitisch wichtige Rolle der Kulturarbeit angesichts der älter und bunter werdenden Gesellschaft unumstritten. Die Kommunen haben allerdings nur noch die Wahl zwischen Pest und Cholera. Ob das Fallbeil der Haushaltssanierung die Bücherei, die Musikschule, das Museum oder das Konzertprogramm trifft, ist keine Frage mehr der Kulturpolitik, sondern der Höhe des Einsparvolumens. In Wuppertal kündigt sich der Theatertod mit Blitz und Donner an und der zuständige Regierungspräsident zollt dem Mut noch Lob. Trotz deutlich steigender Besucherzahlen drohen auch im benachbarten Velbert die Theaterlichter auszugehen. Vielerorts werden Abos eingestellt, Öffnungszeiten drastisch gekürzt und Mitarbeiter von Kultureinrichtungen gefragt, ob sie auch anderweitig einsetzbar sind. Seit Jahren geschrumpfte Zuschüsse für kulturtragende Vereine werden gegen Null gefahren. Doch kann man ein Skelett auf Diät setzen? Dass Sozialausgaben gegen den Kulturetat ins Feld geführt werden, ist seit langem geübte Praxis, der Frontverlauf klar. Dass nun aber Kultureinrichtungen gegeneinander ausgespielt werden, ist eine neue Umdrehung in der Todesspirale der Kultur jenseits der Metropolen. Doch woher sollen Kommunen, die bereits an ihren Pflichtaufgaben ersticken, noch die Luft für die Kultur nehmen? Der föderale Dreiklang Bund – Länder – Kommunen ist mehr als verstimmt, die pure Kakophonie. Wo bleibt das Positive? Das Kultursekretariat der mittleren und kleinen Städte hat seinen Sitz in Gütersloh, hier wurde am 13. März ein neues Theater eröffnet: Kontrapunkt im Abgesang. Finanzpolitiker, höret die Signale! NRW ist das Land der Städte, nicht allein der großen. Das Kultursekretariat NRW Gütersloh fordert daher eine Grundsicherung für die Kulturarbeit in seinen 66 Mitgliedskommunen. ![]() |





