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Hör' mal den Hunting! - Teil 2 PDF Drucken E-Mail

Im Blickpunkt spricht der zertifizierte Sachverständige und Energieausweisaussteller Frank Hunting über die Vermeidung von Beratungsfehlern bei der energetischen Sanierung.

 


Blickpunkt: Herr Hunting, wer heutzutage sanieren will, hat viele offene Fragen: Was muss genau gemacht werden wenn ich Energie sparen will? Welche Baumaßnahme ist besonders dringend? Welche Technik und welche Materialien soll ich verwenden? Was geben Sie ihren Kunden als zertifizierter Sachverständiger und Energieaussteller für Ratschläge?


Frank Hunting: Besonders wichtig ist vor allem eins: Wer in Zukunft ernergetisch sanieren will, der muss professionelle Maßnahmen ergreifen. Voreiliger Aktionismus ist absolut fehl am Platze. Zu Beginn müssen daher umfangreiche Berechnungen zum Energiestatus des gesamten Gebäudes – vom Keller bis zum Dach - durchgeführt werden. Einzelne Werte aus dem Heizungs- oder Warmwasserverbrauch reichen in diesem Zusammenhang nicht aus, es benötigt eine komplette Energieverbrauchsermittlung. Anhand der gemessenen Daten können notwendige Erneuerungsmaßnahmen sowie die weitere Vorgehensweise ermittelt werden. Mein Job als Sachverständiger ist es, den Kunden über die Schwachstellen des Energieverbrauchs aufzuklären und Empfehlungen auszusprechen.


Blickpunkt: Stichwort Empfehlungen: Welche Bedeutung spielt eine gute Beratung bei der Thematik ‹Energetische Sanierung›?


Frank Hunting: Eine ‹gute› Beratung reicht nicht aus. Die perfekte Vorbereitung der Maßnahmen spielt die tragende Rolle. Alle Sanierungsschritte müssen genauestens geplant werden, der Aufwand wird schließlich später am Ertrag gemessen. Die Amortisierung ist bei allen Beratungsgesprächen ein enorm wichtiges Thema. Fehler in der Vorarbeit führen zu kostspieligen Sanierungsfallen. Die richtige und umfangreiche Beratung muss daher absolute Priorität genießen. Für jeden Haustyp und für jede Situation gibt es, den Kostenaspekt im Hinterkopf, die perfekte Entscheidung.


Blickpunkt: Welche Rolle spielt bei den ‹perfekten Entscheidungen› die novellierte Energiesparverordnung (EnEV), die seit 1. Oktober diesen Jahres gilt?


Frank Hunting: Die Energieeinsparverordnung ist ein Teil des deutschen Baurechts. In ihr sind rechtliche Grundlagen über bautechnische Standardanforderungen zum effizienten Energieverbrauch in Gebäuden geregelt. Natürlich wirken sich die Vorgaben der EnEV deshalb auf jede Entscheidung aus.


Blickpunkt: Können Sie absoluten Laien auf diesem Gebiet neue und für die Beratung wichtige Punkte der EnEV veranschaulichen?


Frank Hunting: Die neuen Anforderungen lassen sich am Besten an Prozentzahlen festmachen. Werden größere bauliche Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle durchgeführt, wie das Dämmen der Wände oder der Austausch von Fenstern, müssen die neuen Bauteile einen 30 Prozent besseren energetischen Wert erreichen als bisher erfordert. Alternativ dazu kann die Sanierung den Jahres-Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung um 30 Prozent senken. Dafür müsste neben einer energieeffizienten Gebäudehülle eine moderne Heizungsanlage eingebaut werden. Änderungen gibt es auch beim so genannten Energieausweis, in dem der Energiestatus für das jeweilige Gebäude, das heißt die Erzeugung, Verteilung, Speicherung und Übergabe der Wärme sowie entstehende Verluste, beschrieben wird. Die Erneuerung der EnEV vom 1. Oktober 2009 nimmt Anpassungen an der bisher gültigen Version von 2007 vor und verschärft die Richtlinien.